Nachdem wir 2017 zu Sant Antoni im Winter in Cala Ratjada waren, wurde es wieder Zeit, im Sommer Urlaub in Cala Ratjada zu machen. Nach gut anderthalb Jahren und dem Jahr ein nach AirBerlin war doch eine gewisse Anspannung gegeben.
Positiv überrascht waren wir gleich zu Beginn von den Flügen mit easyJet, ein geglückter Start in den Urlaub.

So manches im Ort hat sich verändert – sowohl zum Positiven, als auch zum Negativen. Besonders negativ ist uns die Preisentwicklung in der Gastronomie aufgestoßen. Grob geschätzt haben wie in den 19 Tagen für das Essen bestimmt 10 bis 15 Prozent mehr ausgegeben. Gerade die Bierpreise – in der Spitze 4,50 bis 4,70 Euro für ein 0,5er – waren im Vergleich zu 2016 schon arg an der Schmerzgrenze.

Und nun das Schöne

Das erste „Positive“, was uns sofort aufgefallen ist, sind die neuen gläsernen Balkongeländer im S’Amfora. Rund um die Uhr freie Sicht auf die Taucherbucht mit der Bar Sa Cova und MERO. Was den neu gewonnen Ausblick noch weiter aufwertet: Jaime hat das Gebäude und die Außenanlagen vom Sa Cova / MERO richtig nett herausgeputzt – aufgehübscht und modernisiert. Und das nicht nur äußerlich – auch im Innern, wie z.B. die Toiletten. Wenn Lisa jetzt im Sa Cova die Musik ein wenig weniger laut aufdrehen würde, wäre alles fast schon perfekt.

Ausgeräuchert

Da wir eine Woche nach dem Brand von Can Matias angekommen sind, sind wir natürlich täglich an der Brandruine vorbei gekommen. So leid es uns für den Betreiber getan hat, das Lokal verloren zu haben, um so erfreulicher war die Situation für uns. Wurden wir doch früher immer spätestens ab 10:00 Uhr vom Spanferkelgrill eingeräuchert, blieb uns in diesem Jahr das Dauereinräuchern erspart.

Und schon sind wir beim Thema Essen:

Natürlich durften unsere obligatorischen Besuche im Los Arcos, Los Olivos, Es Port und Heidis Schnitzelhütte nicht fehlen. Dazu gab es aber auch tolle Neuentdeckungen.
So waren wir endlich mal im El Rincón del Patio, ein wirklich nettes Restaurant mit leckeren Tapas zu kleinen Preisen.

Auch eine weitere Empfehlung haben wir aufgesucht: Das Rodeo Drive in Son Bessó. Abseits vom Touristen-Trubel gibt es hier leckeres amerikanisches Essen.

Und auch das nächste Restaurant haben wir aufgrund einer Empfehlung besucht: Die Casa Nuciara – schräg gegenüber von Heidi – ist preislich nicht ganz so günstig, dafür gibt es hier aber hervorragendes sizilianisches Essen. Dieses Restaurant möchten wir Euch wirklich ans Herz legen.

Zu guter Letzt dann noch die neue Pizza-Bude Encanto neben dem Königgarten/MBIKE. Hier gibt es wirklich leckere Pizza vom halben Meter bis 1.5 Meter. Hier waren wir dann gleich zweimal zum Essen. Zu guter Letzt dann noch die Bodega Del Sol (gleich neben der Träumeria auf der Promenade kurz vor der Son Moll). Die Bedienung ist ein bisschen „neben der Spur“ und die Bierpreise waren die höchsten. Aber leckeres Essen aus dem Wok – wenn der Magen sich nach dem üppigen Essen etwas erholen muss.

Zum Wetter

Ein wenig anstrengend war vor allem das Wetter. Auch wenn es in Berlin gleich heiß oder gar wärmer war, war die hohe Luftfeuchtigkeit mit bis zu 80% unangenehm. Das hat dann auch die Outdoor-Aktivitäten etwas gebremst. Bis auf die üblichen Wanderungen zur Cala Mesquida, L’Olla und Font de Sa Cala waren sonst vor Ort nur noch ausgiebiges Tauchen bei MERO angesagt. In der zweiten Urlaubshälfte war das Wetter ein wenig gewittrig, so hat uns ein lokales Gewitter nach gut 1.5 Stunden vom Strand in Son Serra de Marina vertrieben. Eine Gewitterfront brachte dann zur zweiten Urlaubshälfte die Abkühlung auf Temperaturen +/- 30°C. Ab da konnten wir dann auch nachts wieder Schlafen, ohne in der eigenen Brühe zu schmoren *lach*

Gewiterwolken hinter Capdepera
Cala Ratjada
Gewitterwolken hinter Son Sera de Marina
Son Serra de Marina

Ort, Menschen und Bebauung

Der Ort selber hat sich nicht so sehr verändert. Nach den Beschädigungen durch den Wintersturm wurde die Hafenmauer wieder repariert. Das „Loch“ ist weg und auf der Meerseite wurden viele neue Wellenbrecher angehäuft. Auch die überflüssigen Gitter und Tore wurden endlich entfernt. Auf dem Pinienplatz wurde ein Tourismus-Infomations Pavillon mit einer Wache für die Guardia Civil errichtet. Die terracottafarbenen Anstriche einiger Hotels mussten nun wieder dem kühlen Weiß weichen. Vom Gefühl her wirkt der Ort nun etwas ungemütlicher.

Nach dem, was man im Frühsommer so lesen musste, waren wir dann doch eher positiv vom Publikum überrascht. Von grölenden Jugendlichen haben wir eher weniger etwas mitbekommen, auch nicht im Umfeld vom Bierbrunnen. Insgesamt wirkte der Ort ruhig aber nicht leer. Die Restaurants waren eigentlich immer gut besucht, zumindest zu den Abendstunden.

Natürlich gibt es auch die üblichen Undinge – aktuell sind es die breiträdrigen Elektroroller samt Nervhupe und Buggys. Aber das ändert sich ja auch von Saison zu Saison.

Unschön: Auf der Brache zwischen dem Parque Nereida und S’Amfora wurden die alten Bungalows oberhalb der Brache abgerissen. Ein Bauschild droht nun für diese Lücke eine Bebauung mit 40 Reihenvillen und Apartments an. Baubeginn: Wohl November 2018. Nicht nur, dass hier nachhaltig die Cala Lliteras verschandelt wird. Es stellt sich auch die Frage: Was ist mit Parkplätzen? Die Ecke war diesen Sommer schon überlastet. Mit der Anzahl an neuen „Villen“ und „Apartments“ dürfte auch die (Miet)-Wagen Dichte weiter zunehmen.

Positiv hat sich hingegen die Bebauung am ehemaligem Pinspark verändert. Der alte Bettenturm wurde nach 10 Jahren Leerstand abgerissen und durch einen etwas versetzten Hotelneubau ersetzt.

Und wie war der Urlaub?

Da sind wir gespaltener Meinung *grins*
Auf der einen Seite fängt der Urlaub sofort an, es ist alles vertraut, man hat seine Rituale und kennt sich aus. Auf der anderen Seite fehlt ein wenig die Spannung, gerade weil alles so vertraut ist. Vor dem Urlaub haben wir uns so Vieles vorgenommen, doch dann hat die Faulheit wieder gesiegt. Aber das schieben wir jetzt einfach mal auf die schwüle Hitze der ersten Hälfte vom Urlaub. Insgesamt haben wir uns wieder gut auf Mallorca erholt, sogar erstmalig ganz ohne Sonnenbrand *Ago, wir haben Deine warnenden Worte beherzigt*.

Auch für 2019 wurde dann doch schon wieder das Apartment im S’Amfora gebucht, auch wenn wir am Urlaubsende doch etwas unentschlossen waren. Sollte der Trend mit den Preissteigerungen weiter anhalten, die Inselregierung weitere Touristen-Gängelungen erfinden (Erreichbarkeit diverser Sehenswürdigkeiten, Calas & Playas…) oder die Ecotasa noch weiter erhöht werden, werden wir wohl auch mal einige Zeit nicht mehr auf Mallorca den Urlaub verbringen.

Hasta el 28 de julio de 2019, Cala Ratjada

Und am Ende kommen doch noch ein paar Bilder

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